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Die Zukunft der Büroimmobilie

Harry Tettinger, Director Operations bei ISG Deutschland, sprach auf einem vom Beratungsunternehmen RUECKERCONSULT organisierten Branchenwebinar über Perspektiven des Büroimmobilienmarkts. 

Gemeinsam mit Dr. Tobias Dichtel, Co-Head of Market Intelligence & Foresight Deutschland von Colliers, und Astrid Eberle, Project Director bei Gensler, beleuchtete Harry Tettinger die Frage, wie Büros fit für die Zukunft gemacht werden können und welche Rolle dabei der Innenausbau spielt. 

Zwischen Überalterung und sinkender Flächennachfrage 

Bis zu 69 Prozent der deutschen Büroimmobilien in den Top-7-Städten sind akut von Überalterung bedroht. Die dringend notwendige Modernisierung stellt die Immobilienbranche vor eine gewaltige Herausforderung – sowohl logistisch als auch finanziell. Neubauten können den steigenden Bedarf an modernen, ESG-konformen und New-Work-Standards entsprechenden Büroimmobilien nicht bedienen. Umfangreiche Refurbishments sind gefragt.

Gleichzeitig sind die Ansprüche der Arbeitnehmer an ihre Arbeitsumgebung extrem gestiegen. Der Wohlfühlfaktor, die technische Infrastruktur und nicht zuletzt die Lage spielen eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers. Unternehmen müssen sich im „War for Talents“ optimal positionieren.

Die Pandemie hat einen weiteren, fundamentalen Wandel ausgelöst: die flächendeckende Einführung von Homeoffice. Die Mehrheit der Marktakteure ist sich einig, dass ein bis zwei Tage Homeoffice pro Woche die neue Norm sein werden und damit der Gesamtflächenbedarf insgesamt niedriger bleibt als vor der Pandemie.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Arbeits- und Bürolandschaft erlebt aktuell den radikalsten Wandel seit Jahrzehnten. 

 

„Arbeitnehmer kommen gerne ins Büro, wenn sie dieses für ‚gut‘ befinden.“

Harry Tettinger

Daher boome der Innenausbau von Büroimmobilien. Branchenunabhängig – ob Banken, Pharma- oder Techunternehmen – gehen Arbeitgeber in die Richtung der neuen Arbeitswelt, um die Attraktivität für Mitarbeitende zu schaffen. Das spiegelt sich auch im Unternehmenserfolg wider, wie unsere Studie The Power of Place zeigt: Arbeitnehmer sind in Büros, die sie als „gut“ bewerten, produktiver. Auch die Kundenzufriedenheit steigt und Innovationskraft sowie Mitarbeiterbindung werden im Vergleich zu Arbeitsplätzen, die als „nicht gut“ bewertet werden, positiv beeinflusst. 

Ziel darf nämlich nicht nur sein, neue Mitarbeitende zu akquirieren sondern auch bestehende zu halten. Konkret bedeutet das, Büros so zu gestalten, dass zukunftsfähig sind. ESG spielt dabei keine kleine Rolle. 

„Momentan wird insbesondere das ‚E‘ von unseren Kunden nachgefragt, um in dem Zusammenhang die entsprechenden Zertifizierungen zu erhalten.“

Harry Tettinger

Das sei nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für die Kunden der jeweiligen Mieter ein wichtiger Faktor. Tettinger weiter: „Wir beschäftigen uns also intensiv mit den Fragen: Welches Material wird verwendet und wie wird es eingesetzt? Kann es innerhalb der Revitalisierung wieder in den Wertschöpfungskreislauf zurückgeführt werden?“ 

Holz sei dabei das Material der Wahl. Für das Akustikdesign werden beispielsweise Wand- und Deckenpanele aus Holz angebracht und auch beim Mobiliar wird auf den Baustoff gesetzt. „Warme Töne sorgen für die Wohlfühlatmosphäre, die sich viele Mitarbeitende von ihrer Arbeitsstätte wünschen“, führt Tettinger aus.

Viele Unternehmen scheuen unter anderem aus Kostengründen Investitionen in die Büroräumlichkeiten. Dass diese sich aber langfristig lohnen, zeigen die Ergebnisse unserer Studie The Power of Place:  Unternehmen, die 2022 weder in ihre Büroflächen investierten noch flexibles Arbeiten ermöglichten, hatten eine Umsatzsteigerung von 0,5 Prozent zu verzeichnen, während die Umsätze von Unternehmen, die gleichzeitig investierten und flexible Arbeitsformen ermöglichten, um 23,5 Prozent stiegen.

Büroimmobilien im Wandel

Für eine zweckmäßige Nutzungsplanung von Büroimmobilien muss die Fachkräfteverfügbarkeit von morgen berücksichtigt werden. In unserer Studie Die Fachkräftefrage neu gedacht haben wir beispielhaft für UK Daten der in Bau und Planung befindlichen Immobilien analysiert und daraus den künftigen Fachkräftebedarf erschlossen. Um den Fachkräftemangel zu beheben und vorzubeugen, sind smarte Strategien notwendig. Ein Beispiel ist die Investition in Weiterbildungen für Zulieferer, statt der Suche nach neuen Mitarbeitenden für ein spezifisches Aufgabengebiet.  
 

Sehen Sie sich hier die komplette Aufzeichnung des Webinars an:

Fachkräftefrage | ISG Deutschland

Baugewerbe: das große vernachlässigte Werkzeug unserer strategischen Personalplanung

ISG's neueste Untersuchung ,Die Fachkräfte-Frage neu gedacht‘ verbindet Menschen, Arbeitsplätze und Produktivität.  

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